Geschichte der Höhlengruppe Nord
von Bodo Schillat
Im Jahre 1949 gruppierten sich einige junge Männer aus dem Rintelner Raum im Wesergebirge, die an der Höhlenforschung interessiert waren. Nach gemeinsamen Befahrungen von Klufthöhlen (Fledermaushöhle und Wilhelminahöhle) beschloß man, sich unter dem Namen Höhlengruppe Nord, kurz HGN zusammenzuschließen.
HGN Urgestein
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Höhlengruppe Nord deshalb, weil das Wesergebirge zusammen mit dem nach Osten anschließenden Süntel wohl als das nördlichste Jurakarstgebiet Deutschlands betrachtet werden kann.
Bodo Schillat in der Riesenberghöhlean der "Gralsburg" im Mai 1994 |
In den Anfängen bestand die Gruppe aus zunächst fünf Mitgliedern. Es waren die Brüder
Heinz und Karl Franke, Helmut Feldmann aus Steinbergen sowie Werner Schnüll und
Bodo Schillat aus Friedrichshöhe. Diese fünf jungen Männer erkundeten eine Reihe
von Klufthöhlen in diesem Gebiet.
Klufthöhlen sind schmale, tief reichende, nach oben geschlossene Klüfte
im Kamm- oder Gangbereich des Bergzuges. Diese Höhlen wurden aus Sicherheitsgründen
nur mit Kletterseilen befahren.
Natürlich ist es der Traum jedes Höhlenforschers, eine Schichtfugenhöhle zu finden,
deren Hallen reich mit Tropfsteinen geschmückt sind. Dieser Traum ging im Jahre 1953
in Erfüllung.
Eine kleine Steinbruchfirma nahm den Betrieb in einem vormals auflässigen Steinbruch
an der Straße nach Langenfeld wieder auf und legte dabei den Zugang zu einer
Schichtfugenhöhle frei. Zugängig wurde ein Raum von etwa 30 m Länge, bei einer
Breite von max. 15 m und einer Deckenhöhe von 3 m. Diese Höhle wurde häufig
von Mitgliedern der HGN befahren und eingehend untersucht. Sie erhielt den Namen
Langenfelder Höhle.
Ein Höhepunkt war es , als die Brüder Franke am Ende des bislang befahrenen Raumes in schwerer Handarbeit den Zugang zu weiteren Räumen dieser Höhle freilegen konnten. So erschienen nach diesem ersten, nun Eingangshalle getauften Höhlenraum noch drei weitere Hallen, mit zum Teil märchenhaftem Tropfsteinschmuck.
Karl Franke - Steinbruch Riesenberg
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Leider wurde der Tropfsteinbestand dieser Höhle zu 90 % durch Andenkenjäger zerstört.
Die Hauptaufgabe der HGN bestand während dieser Zeit darin, den Zugang zur Höhle vor
diesen ungebetenen Eindringlingen zu sichern.
Das änderte sich erst im Jahre 1954, als die Langenfelder Höhle zum Naturdenkmal
erklärt und endlich mit einem einbruchsicheren Verschluss versehen wurde. Die
Langenfelder Höhle hat heute eine Gesamtlänge vor 240 m.
Im Jahre 1969 entdeckten die Mitglieder der HGN H. Rüppel und B. Schillat,
im Haufwerk einer Sprengung eine herrliche Tropfsteinhöhle
von zunächst 142 m Länge, bis zu 14 m Breite und 5 m Höhe,
die Riesenberghöhle. Bis zum heutigen Tage hat
diese Höhle eine Gesamtlänge von 818 m.
Diese Großhöhle dürfte mit ihrem einmaligen Tropfsteinschmuck führend in Niedersachsen
sein. Durch die Obere Naturschutzbehörde wurde auch die Riesenberghöhle
dankenswerterweise unter (Natur-) Denkmalschutz gestellt.
Im Jahre 1986 wurde bei einer Jahresversammlung beschlossen, die nunmehr aus
16 Mitgliedern bestehende HGN als Verein eintragen zu lassen, damit dieser als
juristische Person betrachtet werden konnte.
Am 8. 4. 1986 wurde zwischen dem Land Niedersachsen, vertreten durch
die Bezirksregierung Hannover, ein Vertrag geschlossen, dessen Hauptgegenstand die
Betreuung der Karst- und Tropfsteinhöhlen im und um das Naturschutzgebiet
Hohenstein ist. Die Betreuung ist verbunden mit Schutzmaßnahmen, Vorschlägen
und jährlichen Berichten.
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HGN Urgestein
Bodo Schillat in der Riesenberghöhle
Karl Franke - Steinbruch Riesenberg