HGN - Wanderung am 17.06.2006
Teilnehmer: Stefan v. Boguslawski (Bericht), Ingo Dorsten, Jörg Fischer, Stefan Meyer (Berichtsergänzungen), Jan-Stefan Meyer, Helmut Olwig, Daniel Spruth, Dietmar Meier, Bettina Vogel, Fenja Vogel, Harald Schneider, Peter Wille, Wolfgang Kunzmann, Rainer Marcek.
Man hört den Gesang der ElfenFoto: Jörg Fischer (HSB) |
Unsere heutige Wanderung starteten wir gegen 10:45 Uhr von der Steinbruchhütte aus. Zunächst ging es zum Zwillenloch im Riesenbergsteinbruch. Für Interessierte bestand selbstverständlich eine Befahrungsmöglichkeit, die auch von einigen genutzt wurde. Während die anderen vor dem Höhleneingang warteten, entdeckten wir einen Mufflonschädel sowie daneben einen Bereich welcher wie der Luderplatz eines Greifvogels (Uhu) aussah. Einen Uhu konnten wir dann auch nahe dem Eingang der Rbh. beobachten. Daniel gelangen recht gute Aufnahmen, auf dem das Tier gut zu erkennen ist.
Eine kleine Makkaroni Foto: Jörg Fischer (HSB) |
Weiter ging es den Weg über die Halde an der Westseite des Steinbruches hinauf, zur Höhlenruine am Riesenberg. Nachdem wir dort, gegenüber früheren Jahrzehnten, nur noch sehr wenige Hinweise auf Tropfsteinbildungen vorfanden ging es gleich weiter zur Pionierhöhle 1. Das ist eine Höhle, welche ansonsten verschlossen ist. Dieser Umstand wurde von Ingo Dorsten, Jan-Stefan und Stefan Meyer, Helmut Olwig, Wolfgang Kunzmann und Jörg Fischer für eine Befahrung genutzt. Hier konnte auch eine fliegende Fledermaus aus der Gattung Myotis beobachtet werden.
Große Bartfledermaus Foto: Jörg Fischer (HSB) |
Eine Artbestimmung war vor Ort nicht möglich. Nachträgliche Fotoauswertung durch Baerbel Pott-Doerfer deutet, unter Vorbehalt, auf eine Große Bartfledermaus hin. Auch die oberhalb liegende Pionierhöhle 2 wurde heute geöffnet und von Jan-Stefan und Stefan Meyer kurz befahren. Nachdem alle wieder draußen waren, begaben wir uns gemeinsam zur und in die Alte Höhle, in der das Fledermaus-Schutztor ebenfalls geöffnet wurde. Hier ergaben sich nette Möglichkeiten für Fotomotive wie "Höhlenforscher Untertage". Daraufhin besuchten wir kurz die Halbhöhle am Riesenberg und gingen danach nach Norden, westlich der Straße weiter zum kleinen Langenfelder Wasserfall.
Meta - Menardi Foto: Jörg Fischer (HSB) |
Von dort ging's zur Schillathöhle und mit dem Aufzug wieder hinunter auf die Steinbruchsohle. Hier, auf gewohnt festem Boden angelangt, war es dann nur noch eine Kleinigkeit wieder zurück zur Hütte zu marschieren, wo unsere Autos standen. Unsere Wanderung endete gegen 15: 15 Uhr. Danach fuhren wir um den Riesenberg herum zum Huthaus der Schillathöhle, neben dem wir, bei bestem Wetter unsere ordentliche Jahreshauptversammlung abhielten.
Eikokon in der
PionierhöhleFoto: Jörg Fischer (HSB) |
Nachdem Sabine Marcek das Amt der Schatzmeisterin nicht weiterführen wollte, wurde Angelika Schwager zur neuen Schatzmeisterin gewählt (siehe Protokoll: von Wolfgang Kunzmann im Internen Bereich der Vereins-Homepage). Nach der dreistündigen Hauptversammlung feierten wir im Huthaus Hartmuts Geburtstag mit einem kräftigen Landfrauen Imbiss nach.
Am Abend schlossen sich PowerPoint-Vorträge an. Über die Hintergründe des Bergsturzes am Messingsberg referierte Stefan v. Boguslawski. Und, da die Projektionstechnik gerade bereitstand, schloss sich Ingo Dorsten ganz spontan mit seinem reich bebilderten Vortrag über das Herbstlabyrint-Adventhöhlen-System bei Breitscheit (Hessen) gleich mit an.
Befahrungsbericht 19.06.2006 Pötzener Steinbruch / Höhle bei Pötzen
Teilnehmer: Harald Schneider, Peter Wille, Stephan Homberg, Ingo Dorsten, Wolfgang Kunzmann, Dietmar und Daniel Spruth, Jan Stefan und Stefan Meyer (Bericht)
Heute stand als Abschluss des sehr erlebnisreichen HGN-HV-Wochenendes ein Besuch des Steinbruches bei Pötzen auf dem Programm. Beim Aufstieg kreuzen unseren Weg einige schwarze Nacktschnecken und Weinbergschnecken, die noch die Feuchte der vergangenen Regenschauer nutzten. Doch im Steinbruch herrschten schon wieder sommerliche Temperaturen und Bergeidechsen huschten durchs Gras. In den Erosionsrinnen fanden sich noch reichlich Fossilien u.a. Brachiopoden.
Anziehen der SchlazeFoto: W.Kunzmann |
Im Bruch erwartete uns schon Stephan Homberg, der den Bruch seit Kindheitstagen kannte. Im Gespräch erführen wir auch, das er schon vor Jahrzehnten die Kolkhöhle und den flachen Raum hinterm Eingangsschluf der Höhle bei Pötzen befahren hatte. Leider existieren aus dieser Zeit keine weiteren schriftlichen Aufzeichnungen. Dietmar Spruth hat aber ein Foto vom Eingang aus der 1980 er Jahren im Foto Archiv Meyer sollte aber im Kataster erwähnt werden. Nur die in die Tiefe führende sehr enge Störungskluft, die wir am 21.05.2005 erweiterten, konnte er aufgrund der Enge nicht befahren.
Verbruch und Enge sind auch die elementaren Befahrungshindernisse in dieser Höhle Aus diesem Grund fanden sich auch nicht viele die mit in die Höhle wollten: Ingo, Jan Stefan, Stefan, Daniel und Dietmar fuhren ein. Leider endete für Dietmar die Befahrung an der bereits o.g. Kluft Kehlenkluft. Sein Brustkorb war einfach zu sperrig. Alle anderen, auch der 7jährige Jan, erreichten die neu entdeckten Kammern ohne Probleme. An den Wänden der Kluft fanden sich viele Langhornmotten. Der Fuchs / Marder nutzt die Höhle scheinbar nicht mehr, da kein frischer Kot entdeckt wurde (Fuchstanzplatz).
Jan MeyerFoto: Stefan Meyer |
Der Gangverlauf folgt der Kluft / Störung die E. Naumann und O. Burre schon vor der Existenz des Stb. 1927 in der geol. Karte der Preußischen Geologischen Landesanstalt aufzeigten, und an der auch die Elfengrundhöhle ausgebildet ist! Der befahrbare Kluftverlauf wird durch massige Verbrüche unterteilt z.b. Schneckenkammer. Diese Verbrüche sind teilweise sehr alt, aber auch neuerer Verbruch kommt vor. Diese neuzeitlichen Verbrüche sind auf die ehem. Steinbruchaktivitäten zurück zu führen und sind Ursache der teilweisen Sinterzerstörungen Sinterwasserfall im Eispalast derzeit größte Raumerweiterung.
Derzeit kann die Kluft auf über 30m Länge horizontal befahren werden. Ein Abstieg ist bisher auf ca. minus 10m Eingangsniveau möglich wobei eine Breite von über 3m erreicht wird Eispalast Über einen engen Schluf am Grund des Eispalastes erreicht man den Unteren Eispalast. Immer wieder überrascht die Kluft mit tiefen Kolken (Jani-Liege) und reicher Sinterpracht. Die derzeit letzte Kammer (ca. -10m) ist eine nur wenige Quadratmeter, von Verbruch abgeteilte Kluft mit schönem Sinter.
Feierabend Foto: Stefan Meyer |
Diese Ahaa-Kammer wurde das erste mal von D. Holzinger und I. Dorsten am 18.09.2005 erreicht. Kurz vor dieser Kammer machten wir uns daran, weiteren Verbruch beiseite zu räumen um in die sehr höffige Tiefe vorzudringen. Nach einer guten Stunde machten wir uns auf den Rückweg ohne etwas Neuland entdecken zu können. Es wurde von St.Meyer ein Grundriss-Kroki gefertigt, eine Vermessung sollte erst nach der vollständigen Erforschung erfolgen. Die Höhle von Pötzen zählt heute zu den wenigen Süntelhöhlen in denen zukünftig noch unzählige Entdeckungen möglich sind.
Es wurde in der Höhle ein 2cm großes oolithisches Geröllstück gefunden, welches völlig oval poliert ist. Es soll zur weiteren Untersuchung an Herrn Bartholomäus von der UNI Hannover weiter gegeben werden. Die o.g. Elfengrundhöhle ist nicht mehr zugänglich! Es muss ein neuer, vor allem einfacherer Verschluss eingebaut werden. Die Planungen übernimmt Rainer Marcek.
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