Hochmoore
Ein Bericht über ein Relikt der Eiszeit
Die bekannten Hochmoore Deutschlands entstanden in der letzten Eiszeit. Also vor etwa 8.000 - 10.000 Jahren.
Ein Hochmoor im Schwarzwald
Der Blindensee ein HochmoorFoto: Roswitha Ruf |
In Jahrhunderten bildeten sich Torfschichten, das Material, aus dem die meisten Moorböden bestehen.
Sie setzen sich zum größten Teil aus organischen Verbindungen zusammen und sind
der Beleg dafür,dass die Produktion von organischer Materie durch die Pflanzenwelt während
einiger Zeit größer war als deren Abbau.
Dort siedelten sich Torfmoose an und wuchsen in die Höhe. So entstanden die Hochmoore, welche ich in
meinem kurzen Bericht ansprechen möchte. In ihnen bilden sich auch heute noch kleine Seen, aber durch den
hohen Säuregehalt, den das Torfmoos bewirkt, halten sich hier weder Fische noch andere Tiere.
Ein sagenhafter HochmoorseeFoto: Roswitha Ruf |
Doch interessante Pflanzen gedeihen, wie zum Beispiel der Sonnentau. Er gehört zu den fleischfressenden Pflanzen. Auf seinen Blättern liegen kleine Finger mit klebrigem Schleim, an denen Insekten hängenbleiben. Die Blätter umschließen dann die Tiere und sie werden von den Pflanzen verdaut. Das größte noch lebende Schwarzwälder Hochmoor mit einigen schönen Moorseen ist das Naturschutzgebiet um den Wildsee und den Hohloh-See bei Kaltenbronn, im Nordschwarzwald zwischen Pforzheim und Baden Baden. Aufgrund von Herkunft und Nährstoffgehalt des Wassers, von Vegetation, Torfbeschaffenheit sowie Gestalt des Moores unterscheidet man Hoch - oder Flachmoore. Zum oberen Foto wäre zu der Namensgebung noch beizufügen. Der Blindensee ist ein sagenhafter Hochmoorsee zwischen Schonach und Schönwald im Süden Badens. Den Namen Blindensee bekam er von dem erblindeten Bauern Gabriel Kern (1690 - 1771) welcher sein Hofgut " Blindenhof " betrieb, welcher heute zum Naturschutzgebiet gehört.
Quelle: Hochmoore im Schwarzwald
Ein Hochmoor im Harz
Hochmoor im HarzFoto: W. Kunzmann |
Die Hochmoore im Harz sind Sonderstandorte, d.h. die in ihnen herrschenden Lebensbedingungen weichen erheblich von denen ihrer Umgebung ab. Die extremen Lebensbedingungen bieten nur speziell angepaßten, hochspezialisierten Tier- und Pflanzenarten eine Lebenschance. Im Umkehrschluß sind diese Arten aber auch extrem an ihren Lebensraum gebunden und wenig flexibel. Da es sich bei Mooren um einen von Natur aus seltenen Lebensraum handelt, sind auch die auf diesen Lebensraum beschränkten Arten von Natur aus selten. Darüber hinaus sind die typischen Moorarten landes- und bundesweit durch die Umwandlung oder intensive Nutzung vieler Moore stark zurückgegangen.
Hochmoor im HarzFoto: W. Kunzmann |
Den wesentlichen Anteil an der Vegetation besonders der Hochmoore haben die Torfmoose. Sie sind aber auch, wenn auch in Form anderer Arten, in Niedermooren, versumpften Wiesen und nassen Wäldern zu finden. Es sind Moose mit sehr vereinfachten Wurzeln und regelmäßig verzweigten Stämen, die unten absterben und oben unentwegt weiterwachsen. Die unteren abgestorbenen Pflanzenteile sind Hauptbestandteile der für die Moore typischen Torfe. Durch unvollständige Zersetzung bilden sie in den oberen Bereichen den jüngeren, hellen Weißtorf, in dem die Pflanzenteile so gut erhalten geblieben sind, dass man sie noch gut erkennen kann. Im darunter liegenden älteren und dunkleren Schwarztorf sind sie bereits zerfallen.
Schmalblättrigen WollgrasFoto: W. Kunzmann |
Die Hochmoore des Nationalparks Harz sind auf Grund des extremen Klimas und der Topographie im Vergleich zu den niedersächsischen Tieflandmooren nur in geringem Maße durch Nutzungen beeinträchtigt, denn die äußeren Bedingungen machten eine Nutzung unrentabel. Es handelt sich bei den Harzer Hochmooren um typische Gebirgsmoore, die eine Vielzahl verschiedener Ausprägungen besitzen und nicht mit den Tieflandmooren zu vergleichen sind.
WinterstimmungFoto: Wolfgang Kunzmann |
Zu den Hochmooren im Schwarzwald und im Harz wollte ich zu Schluss meines Berichtes noch folgendes sagen. Die Nationalparks gewährleisten die ungestörte Entwicklung der großartigen Moorlandschaften und wird heutigen wie künftigen Generationen dieses faszinierte Naturerlebnis bewahren. Auch Sie können dazu beitragen. Die Nationalpark - Idee zu verwirklichen und umzusetzen: Verlassen Sie bitte nicht die sorgfältige ausgewählten und markierten Wanderwege. Sie werden dafür mit einem Stück wunderbarer Natur belohnt.(Willkommen in den Hochmooren des Schwarzwaldes und Harzes).
Typische Vegetation im Hochmoor
- Drosera rotundifolia - (Rundblätteriger Sonnentau)
- Dionaea muscipula - (Venusfliegenfalle)
- Ericaceen - (Heidekrautgewächse)
- Andromeda polifolia - (Rosmarinheide)
- Calluna vulgaris - (Besenheide)
- Erica tetralix - (Die Glockenheide)
- Vaccinium oxycoccos - (Moosbeere)
- Eriophorum - (Wollgräser)
- Calex - (Seggen)
- Trichophorum - (Simsen)
- Eriophorum vaginatum - (Das Schneidige Wollgras)
Literatur zum Thema Moore
- Eigner J.& E. Schmalzler:
- Handbuch des Hochmoorschutzes. Kilda - Verlag, (1996):
- Ellenberg, Heinz:
- Vegetation Mitteleuropas mit den Alpen in ökoloischer, dynamischer und historischre Sicht. Ulmer, Stuttgart, (1996):
- Joosten, H:
- Denken wie ein Hochmoor: Hydrologische Selbstregulation von Hochmooren und deren Bedeutung für Wiederbewässerung und Restauration. Telma 23, 1993: 95 - 115.
- W. Langhoff:
- Die Moorsoldaten Roman, 1935 im Schweizer Exil erschienen
- F. Overbeck:
- Botanische - geologische Moorkunde, Wachholtz, Neumünster, 1975.
Links: zum Thema
- http://www.schwarzwald.net/landschaften/hochmoore.html
- http://www.neckarkiesel.de/
- http://www.nationale-naturlandschaften.de/parkbild/69
Zurück zu Artikel Zurück zum Seitenanfang







Der Blindensee ein Hochmoor
Ein sagenhafter Hochmoorsee
Hochmoor im Harz
Hochmoor im Harz
Schmalblättrigen Wollgras
Winterstimmung