Karst:
Namensursprung:
Der Name Karst stammt von der Landschaft 'Kras' in Slowenien, die sich über das Hinterland der Triester Bucht bis zu den Dinarischen Alpen erstreckt. Einem ausgedehnten Karstgebiet mit ihrem typischen Erscheinungsbild. Der deutsche Name Karst für diese Region hat sich als allgemeine Bezeichnung für solche Landschaftsformen international etabliert. Für die besonderen Merkmale des Karsts haben sich jedoch die slowenischen Bezeichnungen durchgesetzt.
Einsturzdoline - Karstlandschaft in Slowenien. Foto: Michael Meier
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Begriffserklärung:
Gesamtheit der Formen von durchlässigen, wasserlöslichen Gesteinen (z. B. Kalk, Gips), die durch Oberflächen- und Grundwasser ausgelaugt werden. Durch Lösungsvorgänge kommt es zu charakteristischen Karsterscheinungen an der Oberfläche z. B. Karren, Poljen, Dolinen, Schlotten und Erdorgeln.
Das neue Eisinger LochDoline - Kraichgau (Baden) |
Zu den unterirdischen Karsterscheinungen gehören oft weit verzweigte Höhlen und die
typischen Erscheinungen der Karsthydrographie: unterirdische Flussläufe und Karstseen,
Karstquellen, die unter Druck austreten, Ponore oder Flussschwinden.
Eine Sonderform der Karste ist der Kegelkarst oder Turmkarst der wechselfeuchten Tropen.
Von nacktem Karst spricht man, wenn die Bodenkrume abgetragen ist und der bloße Fels zu
Tage tritt. Ist eine Vegetationsdecke vorhanden, spricht man von bedecktem Karst.
Karste aus der erdgeschichtlichen Vergangenheit heißen fossiler Karst oder Paläokarst.
Entstehung:
Die zumeist aus Gips und Kalk aufgebauten Karstgesteine werden durch Kohlensäure
- entstanden aus im Wasser befindlichem Kohlendioxyd - gelöst. Durch in das Gestein
eindringendes, kohlensäurehaltiges Wasser entstehen Gänge und Hohlräume, die
einbrechen können und trichterförmige Senken (Dolinen) hervor bringen.
Größere Senken von einigen Quadratkilometern Grundfläche werden Polje genannt.
Sie entstehen durch Einschwemmung feinkörniger Sedimente, die den Boden der Polje
abdichten und vor der weiteren Verwitterung schützen.
Abfließendes Wasser verschwindet oft an den Rändern der Polje in einem
Schluckloch (Ponor), um unterirdisch weiterzufließen und an einer anderen
Stelle wieder zu Tage zu treten. Typisch dafür ist in Slowenien gut zu sehen. Im Zirknitzer Becken entsteht ein fasst fünf Quatratkilometer großer See. Er wird aufgestaut,
weil eben seine Polore -insgesamt zwei große und etwa 80 kleine - höchstens
85 Kubikmeter in der Sekunde schlucken können.
An der Oberfläche des Gesteins entstehen Auswaschungen, Rinnen und Furchen,
sogenannte Karre.
Flußschwinde Walkenried
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Das bedeutendste Karstgebiet im Norden Deutschlands zieht sich von Osterode im Westen bis hin Sachsen-Anhalt/Mansfeldermulde im Osten entlang der Kyffhäuserumrandung. Hier treten großflächig Ausstriche des verkarsten Gipsgesteins in Form von Steilhängen, Hochflächen, Gipskuppen, Dolinenfelder, Höhlendolinen sowie Ponore (Wasserschwinden) und Springen (Karstquellen) auf. Alle genannten Erscheinungen betreffen den Oberflächenkarst.
Dem gegenüber steht der Tiefenkarst, der sich durch tiefreichenden Erdfall oder Solequellen auszeichnet. Während in der internationalen speläologischen Literatur den Karst in salinaren Abfolgen aus Kalk, Dolomit, Anhydrit, Gips sowie Kali- und Halit Steinsalz unter dem Begriff Evaporitkarst geführt wird, hat sich für das angesprochene Gebiet eine eigene Terminologie, wie Salzspiegel, Erdfall, Orgel, Gipskuppe oder Schlotte als Ergebnis des Jahrhunderte alten Kupferschiefer- und Salzbergbaues herausgebildet.
Dolinenfelder bei Steina - Südharz
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Karsterscheinungsformen sind unter anderem:
- Quellungshöhlen am Sachsenstein bei Walkenried
- Waldschmiede am Sachsenstein bei Walkenried
- Solequelle in Artern
- Solequelle westlich der Nymburghöhle westlich des Kelbraer Stausees
- Erdfall an der Nymburghöhle
- Erdfall an der B80 zwischen Bischofferode und Eisleben (wegen ständigen Nachbruchs keine Freigabe der Straße für den Verkehr)
- historischer Erdfall aus 14./15. Jahrhundert: Abtissengrube westlich Bad Frankenhausen
- historischer Erdfall: Pfannenspring
Schlotten, nicht öffentlich bzw. prinzipiell nicht zugänglich:
- Wimmelburger Schlotte in Wimmelburg (nach Einstellung des Bergbaues geflutet
- Segen-Gottes-Schlotte (Befahrung über Röhringschacht bei Wettelrode möglich)
Die Schlotten (Höhlen) wurden ausschließlich durch den Kupferschieferbergbau beabsichtigt teilweise auch unbeabsichtigt angefahren sowie ferner für Abraummaterial genutzt und haben keinen natürlichen Zugang.
Geologischer Lehrpfad Jena
Im Aufschluß sieht man typische Karsterscheinungen an der Oberfläche der Fossilfreien
Gipse- (Salinarrötfolge).
Diese spaltenartigen Auswaschungen der leicht wasserlöslichen Gipsfelsen, wurden im
Jahre 1908 im ehemaligen Brauckmannschen Grundstück bei Bauarbeiten zufällig entdeckt.
Unterhalb des Aufschlusses ist die bis 20m mächtige Folge der fossilfreien Gipse als
Fasergips, Alabastergips und Gipsspat in zahlreichen kleinen Felsen aufgeschlossen.
Kalkkarstgebiete in Europa
Typische, teilweise stark zerklüftete Kalkkarstgebiete in Europa sind:
- die Schwäbische Alb
- Dalmatien
- Unterkrain in Slowenien
- Orjen und die Bucht von Kotor in Montenegro
- das Apuseni-Gebirge (West-Karpaten) in Rumänien
- weite Teile des Schweizer und französischen Juras
- das Torcal- und andere Massive der Cordillera Bética in Andalusien
Quelle: Mineralienatlas
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Einsturzdoline - Karstlandschaft in Slowenien. Foto: Michael Meier


Dolinenfelder bei Steina - Südharz