Grabung am 15. - 16.08.2009
von Helmut Olwig
Teilnehmer: Stefanie Middeke, Dietmar Soemer, Uwe Böckelmann AGHKL, Andreas Erlemeyer AGHKB, Jürgen Tuschinsky HFH,Wolfgang Tröster HGN und Helmut Olwig (Bericht) HGN
Nach 16 Monaten Unterbrechung fand wieder einmal eine gemeinsame Grabung am Dauerobjekt im Lippergang statt.
Gemeisam mit den
Höhlenfreunde Hannover und des
Speläologen Bund Hildesheim, sowie den bereits erwähnten Namensgebern der
AGHKL
Im Rahmen des 5jährigen Schauhöhlenjubiläums hatten sich die beteiligten Vereine auf eine zweitägige Grabung als Beitrag zum Jubiläumsprogramm verständigt. Als zusätzlichen Höhepunkt wurde dem Publikum per Videosequenz die Arbeit an der Grabungsfront auf einem Laptop vorgeführt.
Der Anfang des ersten Grabungstages verlief noch etwas schleppend. Kein Wunder, denn nach so langer Pause war niemanden mehr so recht die Grabungssituation bekannt und das Material, insbesondere die Seile der Loren mussten erst einmal wieder gangbar gemacht werden. Nachdem Uwe, Dietmar und Steffi an die Grabungsfront vorgerückt waren, begab ich mich mit einem Camcorder vor Ort. Es entstand ein ca. 3 Minuten langes Video, welches anschließend von Klaus Tuschinsky bearbeitet wurde und später den Führungsgruppen auf seinem Laptop vorgeführt wurde.Der Arbeitsrhythmus kam langsam in Schwung. Auch Andreas tauchte in den Gang ab, während Wolfgang, Jürgen und ich im Führungsgang tätig waren. Während Jürgen den Besuchergruppen erste Informationen zu unserer Tätigkeit gab, wurden diese von mir durch die Videovorführung ergänzt. Diese Art der Demonstration unserer Arbeit kam an beiden Tagen beim Publikum hervorragend an. So konnten die Besucher erstmals eine genaue Vorstellung von der beschwerlichen Situation an der Grabungsfront bekommen.
Zeichnung: Stefan Meyer
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Im Laufe der Zeit kam es zu kleinen Verzögerungen. Zunächst wurde spontan vom 2-Loren-System, welches im letzten Jahr eingeführt wurde, wieder auf das 1-Loren-System umgestellt. Dazu muss nun eine vierte Person im Gang am 90 Grad Knick postiert werden, die für einen reibungslosen Umlauf sorgt. Vorteil ist, dass nicht mehr zwischen den beiden Loren umgeladen werden muss. Spätestens wenn der Abbau schneller vorangeht, müssen jedoch längere Seile an die Lore montiert werden. Die eingesetzte Lore war im laufe der Zeit dann auch verschlissen. Das Loch im Boden, hervorgerufen durch den in den Gang eingebrachten Split, lies den Transport immer wieder stoppen. Pünktlich zur Mittagspause ließ ein größerer Verbruch die Arbeit ruhen. Die Zeit wurde jedoch von Andreas genutzt und mit seinem speziellen Versturzknackmaterial hatte er die Probleme in wenigen Minuten gelöst, sodass bald darauf wieder problemlos weitergearbeitet werden konnte. Nachdem auch das Versturzmaterial aus dem Gang herausgebracht worden war, verlief der Nachmittag recht unspektakulär. Nach der offiziellen Eröffnung des Festprogramms war es nun auch recht voll in den Führungsgängen. Nach zwei weiteren Stunden ebbte der Besucherstrom aber schon wieder stark ab, sodass auch wir uns gegen 18.00 Uhr in den wohlverdienten Feierabend entlassen konnten. Die Vortriebsleistung an diesem Tag lag bei rund 1,5 m was doch recht viel ist.
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| Bisher gefundene Fundstücke aus dem Lipper Gang | |||
Der zweite Grabungstag begann wiederum gegen 10.00 Uhr. Da unsere Baustelle komplett eingerichtet war, konnte sofort die Arbeit aufgenommen werden. Es brauchte lediglich ein Lichtstrahler an der Grabungsfront neu in Position gebracht werden. So konnte das bewährte Team mit Uwe an der Grabungsfront wieder loslegen. Auch an diesem Vormittag war wieder eine Lore verschlissen, sodass wieder einmal ein Kanister umgebaut werden musste.
Der Besucherstrom war an diesem Sonntag wesentlich stärker als am Vortag. Das hatte zur Folge, dass die Arbeit ab und an etwas in stocken gerieten, weil Jürgen und ich den Besuchern Rede und Antwort stehen mussten. Nachmittags durfte dann auch mal Wolfgang mit an die Grabungsfront, weil Andreas doch etwas müde geworden war. Verständlich, denn die Mengen Lehm und Steine die aus dem Gang gezogen wurden und von Jürgen in den Steinbruch abtransportiert wurden waren enorm. Nachdem gegen 17.30 Uhr die letzte Besuchergruppe den Führungsgang passiert hatte, läuteten auch wir den Feierabend ein.
Nachdem im vergangenen Jahr eine kleine Querkluft angeschnitten wurde, setzt sich der Gang nun in einer etwas uneinheitlichen Raumform weiter. Die Abmessungen wechseln in Höhe und Breite immer mal wieder, bleiben unter dem Strich aber auf einheitlichem Niveau. Es hat aber den Anschein, dass der Gang wieder etwas nach links abknickt. Im abgebauten Lehm findet sich gehäuft wieder Verbruchgestein. Der Vortrieb mit mehr als 2,5 Meter war an diesem Wochenende sehr gut, resultiert allerdings auch aus den langen Arbeitszeiten an beiden Tagen.
Auf der To-do-Liste steht nun erstmal ein technischer Dienst. Die Elektrik im Gang muss erneuert werden, das Belüftungsrohr verlängert und der Gang selbst entmüllt werden. Des Weiteren sollte der Gang in Zukunft vom Split befreit werden, da dieser das Material sehr schnell verschleißen lässt und für jeden Befahrer sehr unangenehm ist.
Den Kameraden der HFH, AGHKL und AGHKB sei für das tolle Wochenende noch mal herzlich gedankt.
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Zeichnung: Stefan Meyer



