Projekt Höhlenmalerei
Brüllendes Wisent - Original: Altamira
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Studierende des Faktultät Erhaltung von Kulturgut der HAWK Hildesheim / Holzminden / Göttingen brachten den brüllenden Wisent von Altamira zur Schillat-Höhle im Süntel
Warum in die Ferne schweifen, in die mit prähistorischen Wandmalereien verzierten
Höhlen im französischen
Lascaux oder spanischen
Altamira,
wenn nur eine knappe Autostunde von Hildesheim entfernt der Kunstgenuss in Kopie lockt?
Sechs Studierende des Fakultät Erhaltung von Kulturgut der HAWK -
Hildesheim/Holzminden/Göttingen haben mit dem
Mitarbeiter Wolfgang R.Kunzmann den Eingangstunnel der Schillathöhle bei
Hessisch Oldendorf mit Abbildern der berühmten Wandmalereien ausgeschmückt -
aufgebracht mit Hilfe historischer Techniken und aus der Natur gewonnenen (Oxyde) Pigmenten.
Darstellung eines SchamanenOriginal: Les Trois Freres |
Büffel, Mammuts, Hirsche und Schamanen schauen von den Wänden des Eingangtunnels
der Schillathöhle zum Teil vor rund 30000 Jahren gemalt - haben die Studierenden
Juliane Schäfer, Damaris Venzlaff, Sebastian Presse, Robert Hihn, Cornelia Flamann
und Sascha Maria Kunzmann aus der Literatur abgepaust, mit dem Episkop vergrößert
und auf Folie gezeichnet. Die Folie wurde entlang der Motivumrisse mit feinen
Nadelstichen punktiert und dann an die Tunnelwand gebracht.
Mit einem Pausbeutel wurden dann erste schwarze Farbpartikel auf die Wand gepudert.
Per Hand bauten die Studierenden die Naturfarben originalgetreu in einzelnen Schichten auf.
Die Carbonisierung wandelte die Kalkfarbe letztlich in Kalkgestein
um. Alle kalkhaltigen Mörtel und Anstrichfarben binden ab, d.h. sie nehmen aus der in der Luft
enthaltene Kohlendioxyd auf und bilden aus Calciumhydroxid (CaOH) Calciumcarbonat
(CaCO3).
Diesen chemischen Vorgang nennt man Carbonisierung-Carbonatisierung.
Der Stierfries - Original: Lascaux
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Der Aufbau des Untergrundes:
Auf der vorhandenen Betonwand wurde eine einlagige Kalk-Zementmörtel Schicht ,
danach eine mehrschichtig pigmentierte Kalktünche aufgebracht. Darauf folgten die
Vorzeichnungen mit Kohle (Am Anfang wurde noch mit Pauspapier und Pausbeutel gearbeitet).
Nach den Vorzeichnungen folgten die Malereien mit unterschiedlichen Tönungen im nass
in nass Verfahren, um weichere Übergänge zu schaffen.
An einigen Stellen, an denen sehr dunke Töne waren, wurde mittels Kalkkasein nachfixiert.
Das Ergebnis kann sich sehen lassen und darf auch gesehen werden, denn Höhlenforscher und Höhlenführer Hartmut Brepohl von der Höhlengruppe Nord bietet regelmäßig Führungen durch die Schillathöhle an.
Ein durchbohrtes Wisent - Original: Lascaux
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Mineralien- und Fossilienliebhaber Wolfgang Kunzmann von der HAWK hat Hartmut Brepohl, der für die Schaumburger Steinbrüche als Sprengmeister arbeitet, bei einer Exkursion den Riesenbergsteinbruch und in die Schillathöhle kennengelernt. Entdeckt wurde die Höhle 1992 von Brepohl bei Sprengarbeiten für den Steinabbau im so genannten Werk Segelhorst. Benannt wurde sie nach Bodo Schillat, dem verstorbenen Ehrenvorsitzenden der HGN e.V. und einer der großen Pioniere der Höhlenforschung im Norddeutschen Raum.
Links:
- Altamira - Spanien
- La Grotte de Chauvet
- Lascaux
- Cosquer
- La Grotte - Niaux
- La Grotte - Rouffignac
- Ekain
- Pehistorique
Scagliola:
von Karolin Wiench |
Zum selben Thema: Höhlenmalereien wagte sich Karolin Wiench Studentin an der HAWK Hildesheim 2008 mit der Technik Scagliola.
Stuckmarmor wurde schon in der altorientalischen Kultur verwendet, dann in der römischen und frühchristlichen Kunst und im Mittelalter bis zur Spätgotik. Die Bezeichnung für Einlegearbeiten aus Stuckmarmor (Scagliola) wurde dann im 16. Jahrhundert in Italien weiter entwickelt.
In die geglättete Stuckmarmorfläche werden die Bild- oder Ornamentformen eingeschnitten, mit andersfarbigem Stuckmarmor ausgefüllt und eingeebnet. Zuletzt wird die Fläche mehrmals geschliffen und zuletzt poliert.
Kontakt: Karolin Wiench
scagliola@web.de
Plakat und Artikel :
Der Zeitungsartikel in der Hildesheimer Zeitung
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Auf einem großen Plakat informiert Wolfgang Kunzmann die Höhlenbesucher auch über die Ursprünge der Höhlenmalereien. Informationen über die Schillathöhle sind im Internet unter der Adresse: http://www.schillathoehle.de zugänglich.
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