Kunst im Huthaus
von Albina Dvortsis und Wolfgang Kunzmann
Nachdem wir heute am 11.11.06 die letzten Pinselstriche an unserem Monumental-Wandbild anbrachten, ließen wir die ganzen Vorbereitungen der Malereien Revue passieren, denn eigentlich sollten unsere Arbeiten schon letztes Jahr begonnen haben. Bis das endgültige Grün für den Auftrag zu den Malereien kam, mussten viele Hindernisse aus dem Wege geschafft waren.
Doch Dank der Gespräche unseres 1. Vorsitzenden Hartmut Brepohl mit der Stadt Hessisch Oldendorf konnten wir am 27.10.2006 mit den Malereien beginnen.
Das Resultat kann sich sehen lassen. Foto: Wolfgang Kunzmann |
Unser Auftrag war es, eine Juralandschaft mit Flora und Fauna vor dem Hohenstein zu malen bzw. das Leben vor etwa 150 Millionen Jahren im Oberen Jura (Malm) darzustellen, wie es im Süntel aussah. Albina Dvortsis und ich mussten sehr viel recherchieren, bevor es an der Wand endlich los gehen konnte.
Albina Dvortsis Foto: W. Kunzmann |
Aus der Fachliteratur suchten wir die Tiere und Pflanzen, welche damals existierten, heraus. Es war uns im Voraus ja bekannt, dass unter den zahlreichen Besuchern/-innen der Schillathöhle sehr viele Experten sind, darunter auch solche, die sich mit den Lebewesen der damaligen Zeit auskennen. So kann man sich sehr gut "ausmalen", unter welchem Zeit- und Leistungsdruck wir standen.
K. Montag - K. SchweikertFoto: W. Kunzmann |
Im Voraus entschieden wir uns für die Technik der Acrylmalerei, denn sie trocknet sehr schnell auf der Raufasertapete , welche sich an der Wand im Landfrauencafe befindet. Sie ist völlig Geruchlos - Lösemittelfrei - und für die Besucher der Schillathöhle nicht störend. Die Vorzeichnungen und Untermalungen machte ich vorab allein, bis am zweiten Wochenende 03.11.- 04.11.06 noch Albina Dvortsis, Katherina Montag und Karl Schweikert Studenten des Studienganges Restaurierung/Konservierung noch dazu kamen.
Zu Albina Dvortsis beruflichen Werdegang sollte ich abschließend noch erwähnen, Albina studierte in Moskau Bildende Kunst. Katherina Montag ist Studentin im ersten Semester Wandmalerei / Architekturoberfäche. Und Karl Schweikert ist Student im dritten Semester Wandmalerei / Architekturoberfläche und ausgebildeter Maler - Malermeister aus dem Schwarzwald.
Thema - Jura /Malm
Anders als noch im Film (Jurassic Park) dargestellt, spielten unter den Landlebewesen nicht nur die Dinosaurier, sondern auch bereits erste Vögel und Säugetiere eine Rolle. Der Jura stellt die erste Blütezeit der Dinosaurier dar. Auch in Deutschland wurden Fußspuren (Barkhausen und Münchehagen) und Skelettreste von Dinosauriern aus der Jurazeit (Ohmdenosaurus, Compsognathus) entdeckt. Der nur katzengroße Compsognathus von Jachenhausen bei Riedenburg galt lange Zeit als der kleinste Dinosaurier der Erde.
Die ersten Arbeiten Foto: W. Kunzmann |
Eine bekannte Fundstätte für Fossilien des Lias oder Posidonienschiefers (z. B. Ichthyosaurier, Plesiosaurier, Krokodile, Fische, Seelilien, Ammoniten) ist Holzmaden bei Kirchheim, am Fuß der Schwäbischen Alb. Das dort ansässige Urweltmuseum Hauff hat Weltruf. Der Urvogel Archaeopteryx wurde in Gesteinsschichten des Oberen Jura (Malm) gefunden, bislang aber ausschließlich auf der Fränkischen Alb, insbesondere bei Solnhofen und Eichstätt.
Flora
Detail Foto: W. Kunzmann |
Die Flora war von den Gymnospermen hauptsächlich von Nadelholzgewächsen dominiert, namentlich von Mammutbäumen und Kiefern, aber auch Ginkgobäume und Palmfarne dienten als Schattenspender und Nahrungsquellen. Das Jura wird auch als Zeitalter der Palmfarne (Cycadeen) genannt, da diese wohl "überall" zu finden waren. Als Bodenbedecker wuchsen Farne und Schachtelhalme. Bis zu den Funden von Archaefructus liaoningensis galt die Kreidezeit als Beginn der Entwicklung von Angiospermen (Blütenpflanzen). Diese Pflanzenteile wurden in den 145 Millionen Jahre alten Schichten der Yixian-Formation im Nordosten Chinas gefunden, welche noch zum oberen Jura zählen.
Klima
Das Klima im Jura war warm, Spuren großer Inlandseisschilde wurden nicht gefunden. Wie in der Trias befand sich kein festes Land in der Nähe der geographischen Pole.
Abbildungen:
- Compsognathus
- Allosaurus
- Ceratosaurus
- Dilophosaurus
- Archaeopteryx (Urvogel)
Compsognathus
Compsognathus Foto: W. Kunzmann |
Compsognathus (Zierkiefer) war ein Dinosaurier der Infraordnung Coelurosauria und lebte im Oberjura Europas vor etwa 150 Millionen Jahren. Er war mit nur 70 cm Länge etwa so lang wie eine größere Hauskatze und erreichte etwa die Höhe eines Huhns. An seinen Händen saßen nur je drei Finger, an den Füßen je drei kräftige und eine verkümmerte Zehe. Wenn er seinen langen Schwanz beim Laufen ausstreckte und den sehr beweglichen Hals vorstreckte, konnte er wahrscheinlich für seine Größe hohe Geschwindigkeiten erreichen.
Allosaurus (andere Echse)
Allosaurus Foto: Albina Dvortsis |
Länge 12 m, Gewicht 2-3 t Zeit Oberjura bis Unterkreide (150-99 Mio. Jahre) Allosaurus war ein gefürchteter Raubsaurier. Bei Nahrungsmangel verschmähte er auch Aas nicht. Er besaß im Oberkiefer 40, im Unterkiefer 32 sägeförmig gezackte Zähne, einzelne wurden bis zu zehn Zentimeter lang. Brach ein Zahn aus, wuchs er wie bei allen Reptilien nach. Versteinerte Fußspuren verraten, dass die bevorzugten Jagdreviere dieser Raubsaurier Wasserstellen waren, an denen sie den Pflanzenfressern auflauerten.
Ceratosaurus
Der Ceratosaurus Foto: Albina Dvortsis |
Der Ceratosaurus (Horn-Echse) war ein karnivorer Dinosaurier der Infraordnung Carnosauria und lebte im Oberjura. Er war ca. 5-6 m lang und 2 t schwer und war von ähnlicher Statur wie der mit ihm verwandte Allosaurus. Jedoch hatte Ceratosaurus einige Ausbildungen, die ihn unverkennbar machen: Über der Nase saß eine Art kleines Horn, dem er seinen Namen zu verdanken hat, und über den Augen verliefen kleine knöcherne Höcker. Damit wurde sein Schädel schwerer als derjenige anderer Raubsaurier, in seinem Kiefer saßen jedoch genauso tödliche Zähne, die dolchartig gekrümmt waren. Anders als seine Verwandten trugen seine Arme vier bekrallte Finger; seine muskulösen Hinterbeine trugen ebenfalls vier Zehen. Eine weitere Besonderheit stellte eine Art niedriger Knochenkamm dar, der über den Rücken von Ceratosaurus verlief und bei keinem anderen Raubsaurier bekannt ist.
Dilophosaurus
Dilophosaurus Foto: Albina Dvortsis |
Der Dilophosaurus war eine Gattung theropoder Dinosaurier mit auffälligem Doppelkamm auf dem Kopf. Die Knochen wurden nicht bei allen Individuen gefunden. Vermutlich handelt es sich um geschlechtsspezifische Merkmale, z.B. für die Brautwerbung. Dilophosaurus hatte für seine Körpergröße relativ dünne und lange Zähne, was ihn von verwandten Arten sehr unterschied.
Archaeopteryx (Urvogel)
Der Archaeopteryx ist eine Gattung der Archosaurier, deren Fossilien in der Fränkischen Alb in Kalksteinen des oberen Juras entdeckt wurden. Da Archaeopteryx eng mit der Gruppe der Vögel verwandt oder ihr zuzurechnen ist, werden die Mitglieder der Gattung auch als Urvögel bezeichnet. Der Name Archaeopteryx stammt von Hermann von Meyer und ist aus den altgriechischen Wörtern archaios (uralt) und pteryx (Flügel, Feder, Schwinge) zusammengesetzt hat somit die Bedeutung von (Alter Feder) oder (Alter Flügel) - im Deutschen wahrscheinlich am besten wiederzugeben mit dem doppeldeutigen (Alte Schwinge).
Zurück zu Projekte Zurück zum Seitenanfang







Das Resultat kann sich sehen lassen. 






