Projekt Lippergang
von Dietmar Spruth
Beim Lipper Gang in der Schillathöhle handelt es sich nicht um einen normalen Höhlengang, den man als Besucher während einer Führung befahren kann. Dieser Gang ist sozusagen noch unvollendet und vielmehr ein aktuelles Forschungsobjekt der Höhlengruppe Nord.
Blick vom Führungsweg der Schillathöhlein den "Lipper Gang" |
Der Gang wurde während der Ausbauarbeiten (1998 - 2002) zur Schauhöhle entdeckt. Zunächst war nur ein Gangprofil gefüllt mit einem Lehmpropfen in der Felswand zu erkennen. Nachdem die ersten Kubikmeter des zähen Höhlenlehms mit Schaufel und Schubkarre entfernt waren, wussten die Höhlenforscher der Höhlengruppe Nord Hier handelt es sich um einen kleinen Seitenschluf, der mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit zu "Neuland", sprich weiteren Räumen und Gängen der Schillathöhle führen wird.
Seinen Namen hat der Gang von seinem Entdecker Hartmut Brepohl erhalten, der den "Lipper Gang" zu Ehren der Höhlenforscher der AGHKL (Arbeitsgemeinschaft Höhle und Karst Lippe) so genannt hat. Die Lipper Höhlenforscher hatten mit ausserordentlichem Eifer die Freilegung des Ganges vorangetrieben.
Seitdem sind dutzende Kubikmeter Lehm von den Höhlenforschern aus dem Gang herausgeholt worden. Doch nicht nur die Höhlenforscher aus Lippe sind an den Grabungen im Lipper Gang beteiligt. Seit dem Jahr 2003 hat sich eine Grabungstruppe gefunden, die aus Höhlenforschen der Höhlengruppe Nord, der Höhlenfreunde Hannover und des SBH (Speläologenbund Hildesheim), sowie den bereits erwähnten Namensgebern der AGHKL besteht.
Im Lipper Gang: Sicht auf den Lehmpropfen
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In den vergangenen Jahren seit 2003 wurde der Gang in gemeinschaftlicher harter Arbeit von ca. 12 Meter Ganglänge auf ca. 26 Meter Länge vom zähen Höhlenlehm befreit.
Der Gang will einfach kein Ende nehmen und uns Höhlenforschern sein Geheimnis preisgeben. Die harte Arbeit, die aufgrund der geringen Abmessungen im Gang nur im Liegen durchgeführt werden kann, die Kälte (ca. 8 C°), das Tropfwasser von der Gangdecke bildet immer wieder Pfützen von 1 - 2 Meter Länge und einem Wasserstand von ca. 5 - 8 cm, sowie die Luftfeuchtigkeit von ca. 95 %, sorgen dafür, das wir Höhlenforscher einen freiwilligen und ehrenamtlichen "Arbeitstag" gern auf uns nehmen, aber das nur ca. alle 6-8 Wochen.
Feierabend im Lipper Gang
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Grössere Räume oder gar Hallen mit wunderschönem Sinterschmuck können wir noch nicht vorweisen.
Natürlich haben wir Höhlenforscher auch schon kleinere Erfolge erzielen können.
Aber es gibt in der Höhlenforschung noch sehr viele kleine Dinge, über die sich unsereins
bei Entdeckung freuen kann. Zum Beispiel wurden bei den Grabungsarbeiten bereits einige
Stalaktiten (in Auflösung), sowie Kalzitkristalle verschiedener Größen und kleine Stücke von
Korallen in sehr guter Erhaltung gefunden. Solche Fundstücke können natürlich nur mit
Forscherdrang und Geduld gefunden werden, indem einzelne Gesteinsbrocken aus dem Lehm genau
untersucht werden.
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| Fundstücke aus dem Lipper Gang | |||
Die Höhlen - Lucy
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Da das Forschungsprojekt "Lipper Gang" in der Schillathöhle sicherlich noch einige Jahre harte Forschungs- und Grabungsarbeit für die Höhlenforscher der beteiligten Gruppen mit sich bringen wird, haben wir uns kurzerhand für die Schillathöhle und Ihre Gäste eine Stellvertreterin in Form einer Schaufensterpuppe zugelegt. Unsere "Höhlen - Lucy" gibt einen kleinen Einblick in die Kleiderordnung eines Höhlenforschers und ist unter den Gästen der Schillathöhle bei Jung und Alt sehr beliebt.
Zum Schluss möchte ich Ihnen noch mit einigen Bildern von großen und kleinen Höhlenforschern während einer Grabung im Lipper Gang, einen kleinen Überblick über die harte Arbeit der Höhlenforscher geben.
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